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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Heubisch

Handdruckspritze aus dem Jahr 1885
Handdruckspritze aus dem Jahr 1885
Im Grundbuch von Neustadt und Heubisch aus dem Jahr 1547 wird über die Entwicklung des Ortes Heubisch und seinen Feuerschutz berichtet. Doch erst 1840 kann die Bildung einer Feuerwehr in Heubisch mit 11 Personen belegt werden. Die Löschtechnik waren damals Löscheimer. 1885 wurde von den Einwohnern der Gemeinde Heubisch eine Handdruckspritze bei der Firma Dorst in Oberlind angekauft.

1930/31 entstanden in Heubisch Großbrände, die zur Folge hatten, dass 1932 durch gespendetes Geld der Einwohner eine Motorspritze angekauft werden konnte. Diese Motorspritze war von 1932 bis 1961 im Dienst. Während des Krieges war die Feuerwehr Heubisch sehr geschwächt. In den Nachkriegsjahren von 1945 bis 1950 bauten die Einwohner eine neue Freiwillige Feuerwehr auf. Bis 1962 wechselten häufig die Wehrleiter.
Im Jahr 1962 wurde Roland Schindhelm zum Wehrleiter berufen. Seine Hauptaufgabe war es, eine stabile und starke Wehr aufzubauen und weiterzuführen. Dass ihm dies gelungen ist, weist eine damalige Stärke von 45 Kameraden nach.

Gründung einer Frauenlöschgruppe

Im Jahr 1964 wurde eine Frauenlöschgruppe mit 21 Frauen gebildet, die sich schnell festigte und profilierte. Neben der erfolgreichen Teilnahme am Feuerwehrkampfsport rückten die Kameradinnen auch zu Brandeinsätzen mit aus, so beispielsweise 1964 bei einem Scheunenbrand in der Ebersdorfer Strasse. Die älteren Kameradinnen wurden im vorbeugenden Brandschutz eingesetzt.

Profilierung der Feuerwehr Heubisch in den Sechziger und Siebziger Jahren

1961 bekam die Feuerwehr eine neue Motorspritze, die im Oktober desselben Jahres ihre Feuertaufe bei einem Großbrand in der Ortslage hatte. In den Jahren 1967 bis 1978 hatte die Feuerwehr mit zahlreichen Hochwassereinsätzen zu kämpfen, wobei durch die Minen in den Grenzanlagen eine große Gefahr für Zivilisten und Einsatzkräfte bestand. 1968 rückte die FFw zu einem Dachstuhlbrand in der Vorstadt und im darauf folgenden Jahr zu einem Wohnzimmerbrand aus.

Am 24.12.1975 kam es in der Milchviehanlage Rohof zu einem der schwersten Brände, die die Feuerwehr Heubisch zu bekämpfen hatte. Zahlreiche Wehren aus den Nachbargemeinden und Sonneberg unterstützten bei den Löscharbeiten. Ihr 135jähriges Bestehen durfte die FFw im Jahre 1975 nicht feiern, da dies zu DDR Zeiten nicht erwünscht war.

Soziales Engagement

Abriss einer Scheune durch Kameraden der FFw Heubisch
Abriss einer Scheune durch Kameraden der FFw Heubisch
Von 1964 bis in die 80er Jahre setzten sich die Kameradinnen und Kameraden bei der Verschönerung ihres Dorfes aktiv mit ein, so geschehen beim Abbruch alter Scheunen, bei Rohrverlegungen, Bau von Grünanlagen sowie beim Kinderkrippenbau.
Ende der 70er und Anfang der 80er wurde die FFw Heubisch für ihre sehr gute Arbeit mit mehreren Auszeichnungen geehrt.

Gerätehausbau und Übergabe eines Tanklöschfahrzeuges Typ S 4000

Im Jahr 1986 wurde mit sehr viel Eigenleistung der Feuerwehrleute ein neues Gerätehaus gebaut, welches 1988 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Das versprochene Löschfahrzeug bekam die FFw jedoch nicht, stattdessen bekam die Wehr ein Tanklöschfahrzeug Typ S 4000 von der LPG (P). Dies war jedoch nur mit der Zustimmung des damaligen Vorsitzenden möglich. Im darauf folgenden Jahr 1989 mussten die Kameraden der FFw bei einem Brandeinsatz das Tanklöschfahrzeug erstmals unter Beweis stellen.

"150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Heubisch"

150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Heubisch
150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Heubisch
Die Leitung der FFw hatte sich 1989 Gedanken gemacht, wie sie das "150jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Heubisch" würdig gestalten und feiern konnte. Die Erlaubnis wurde diesmal erteilt und so standen den Vorbereitungen nichts mehr im Wege. Es war jedoch zur damaligen Zeit nicht so leicht, ein Fest auszugestalten und zu organisieren. Mit vielen Problemen galt es sich zu befassen. Es war die Zeit kurz vor der Währungsunion, die Straßen in die Nachbarkreise Coburg und Kronach waren nur teilweise wieder befahrbar und Feuerwehren mit Löschfahrzeugen aus den alten Bundesländern benötigten noch Sondergenehmigungen für ihren Besuch in Heubisch. Nichtsdestotrotz war die Festwoche im Sommer 1990 ein würdiges Jubiläum, das allen Kameradinnen und Kameraden immer in Erinnerung bleiben wird. Es war das erste deutsch-deutsche Treffen, das nach 38 Jahren gefeiert werden konnte.
Durch die Partnergemeinschaft der Großgemeinde Sonnefeld mit der Gemeinde Heubisch konnten wir mit vielen Feuerwehren der BRD Verbindungen aufnehmen. Zwischen der FFw Hassenberg und der FFw Heubisch kam es zu weiteren gemeinsamen Veranstaltungen, wobei ein Partnerschaftsvertrag abgeschlossen wurde.

Die FFw Heubisch in den Neunzigern

TLF 16 / 25 Typ W 50
TLF 16 / 25 Typ W 50
Die Leitung der FFw befasste sich 1991 damit, einen Feuerwehrverein zu gründen. Nach der Wahlversammlung im Oktober erfolgte die Eintragung ins Sonneberger Vereinsregister als "Feuerwehrverein Heubisch e.V."
Am 16.3.1992 wurde der FFw Heubisch durch Landrat Herrn Weise ein Tanklöschfahrzeug Typ W50 der ehemaligen NVA übergeben, welches bis zum heutigen Tag im Einsatz ist.

Doch nicht nur durch das neue Feuerwehrgerätehaus und das Tanklöschfahrzeug konnte sich die FFw Heubisch profilieren, von der Gemeinde wurde zusätzlich ein Raum für Dienstversammlungen und Schulungen in der ehemaligen Schule Heubisch zur Verfügung gestellt.

Jugendfeuerwehr Heubisch anlässlich des Festumzuges 150 Jahre FFw Sonneberg Mitte
Jugendfeuerwehr Heubisch anlässlich des Festumzuges 150 Jahre FFw Sonneberg Mitte
Im Oktober 1998 wurde in Heubisch eine Jugendfeuerwehr mit 9 Kameradinnen und 4 Kameraden gegründet, ebenso 1999 eine "Historische Abteilung".
Besonders geprägt wurden die Neunziger durch zahlreiche Hochwassereinsätze in der Heubischer Ortslage. Aber auch bei der Brandbekämpfung wurde die FFw Heubisch gefordert, so beispielsweise bei einem Scheunenbrand in Oerlsdorf und beim Löschen eines in Brand geratenen Zirkuswagens.
Im Zuge der Gebietsreform wurde die Heubischer Feuerwehr zu einer Ortsteilfeuerwehr der neu gebildeten Großgemeinde Föritz. Ortsbrandmeister Roland Schindhelm war nun für die Feuerwehren Föritz, Gefell, Mupperg, Rottmar als auch für Heubisch verantwortlich. Aus diesem Grund übergab er das Amt des Wehrführers zum 1.1.1999 an Sven Kramß.

Die FFw Heubisch im neuen Jahrtausend

Hochwassereinsatz an der Steinach
Hochwassereinsatz an der Steinach
Das neue Jahrtausend begann für die FFw mit einem Paukenschlag. Gerade mit dem TLF von einem Dachstuhlbrand auf der Weidhäuser Höhe in Föritz zurückgekehrt, schlug ein Blitz in eine Scheune in der Ortsmitte Heubisch ein. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, doch durch eine sehr gute Zusammenarbeit der Feuerwehren Sonneberg, Oberlind, Neuhaus/Sch., Mupperg, Rottmar Gefell, Föritz, Neuhaus/Rwg. und Heubisch konnten auch diese beiden Einsätze hervorragend bewältigt werden. Neben techn. Hilfeleistungen bei KFZ Unfällen und einigen Kleinbränden waren es auch im neuen Jahrtausend wieder die Hochwassereinsätze, die für die FFw Heubisch die Hauptherausforderung darstellte.

Jubiläen

Im Jahr 2013 feierte die Jugendfeuerwehr Heubisch ihr 15-jähriges Jubiläum.

2015 ist dann die FFw Heubisch mit ihrem 175-jährigen Jubiläum an der Reihe.